Urlaub in Frankreich mal früh

Diesmal ging es in den Süden, um zur Lavendelblüte in der Provence zu sein. Ein Blick in das Internet hätte uns verraten: wir sind zu früh. Wie man es macht, es ist verkehrt: all die Jahre Ende Juni und später waren halt zu spät. Aber Mitte Mai eben auch zu früh. Das müssen wir auf jeden nochmal wiederholen, dann mit Urlaub im Durancetal, um mal woanders zu landen.

Uns fiel auf, dass wir sehr häufig vertraute Orte wieder besuchen und nur wenige neue Orte aufsuchen. Dazu bleiben wir am ersten Ort sehr lang. Das mag an der Schönheit des ersten Ortes liegen, aber ich glaube eher, dass es etwas mit „Ankommen“, „Runterkommen“ zu tun hat. Gerade bei Camping ist immer ein wenig Auf- und Abbau erforderlich. Dies genießen wir – zumindest ich – nicht. Daher bleiben wir erstmal am ersten Ort

Olivenhain in der Vaucluse
Olivenhain in Caromb am Campingplatz

Das Thema „Wohnen in Frankreich“ erwischt uns bei jedem Urlaub. Je nachdem, wo wir sind, interessieren wir uns für Häuser. Tatsächlich sind es immer sowohl Träume als auch Sehnsüchte.

So schön es in der Provence ist, so wenig zukunftsträchtig ist diese Gegend: der Klimawandel lässt die Hitze steigen und gleichzeitig die Seen schwinden. Die Ansiedlung weiterer neuer Bewohner erhöht den Wasserverbrauch, Wasser, was auf den Feldern benötigt wird. Die Chance, besucht zu werden, ist stark von Entfernung und Umgebung abhängig. Südfrankreich ist eindeutig zu weit weg

Geschäfte im Süden
Isle-sur-la-Sorgue

Die Creuse, Vallière, ist sozial höchst interessant für einen Umzug, allerdings ist das Angebot in der Umgebung eingeschränkt und könnte eine schnelle Gewöhnung bedeuten. Zudem wird vermutlich der soziale Faktor zu einer erheblichen Verpflichtung und damit einer nicht gewollten Belastung führen. Die Entfernung nach D ist auch hier beachtlich.

Plakate in Carpentras

Burgund, Vermenton: tatsächlich stimmt hier ziemlich alles. Wetter, Klima, Wasser, Wein, Essen, Landschaft und Entfernung sind optimal. Die Ortschaft gefällt uns. Ob es ein cleverer Plan wäre, hier zu leben, ist noch fraglich. Noch kann man sich hier Häuser in der Anschaffung leisten. Ob man einen zweiten Haushalt aufrecht erhalten kann, ist angesichts der Weltlage und der Entwicklung von Kosten und Gehältern nicht sicher.

Am Wegesrand in Vermenton
Ende des Spazierwegs

Der Wechsel in ein anderes Land ist mit der Aufgabe vertrauter Dinge verbunden. Eine unvertraute Rechtslage, eine nicht beherrschte Sprache (obwohl wir verstehen und uns verständlich machen können). Derzeit sind wir zerrissen zwischen Wechsel oder besser doch kein Wechsel. Vielleicht muss man auch das Burgund in anderen Jahreszeiten besuchen

Spaziergang im urbanen Umfeld

Nach langer Zeit ging es mal wieder zum Fußball in das „schönste Stadion der Welt“. Ok, zumindest das Schönste in Europa. Endlich wieder mit 81365 anderen das Spektakel erleben. Es hieß aber auch, sich mit den Celtic Supporters zu treffen und ein oder auch zwei Urtrüb zu trinken.

Erstaunlich, wie sehr sich alle vermisst hatten. Es wurden am Ende auch 5 Urtrüb, 5 Pitcher. Das Rahmenprogramm war perfekt, wie ein langjähriger Supporter sagte. Das Spiel später dann eher nicht.

Das eigentliche Problem in corona-Zeiten ist dann eher die Enge und der Kontakt. Im Wenkers waren wir knapp 10, die sich auch später auf der Tribüne treffen sollten. Auf der Tribüne ist man im Wesentlichen im Freien. Das Problem ist die An- und Abreise. Im Shuttle-Bus, der für mich bequemsten Art, war es mir zu gedrängt. Ich hätte einen der letzten Busse für die Rückfahrt nehmen müssen.

Die Idee war also, nicht Ewigkeiten zu warten, sondern schlichtweg am zentralen Ort zu parken, der nichts kostet, von dem viele ÖPNV-Verbindungen abgehen oder hinführen. Es sollte aber auch so gelegen sein, dass man zu Fuß zum Wenkers und auch zu Fuß vom Stadion erreicht werden kann.

Gesagt, getan: Parken auf dem P&R-Parkplatz Dortmund-Dorstfeld S. Fußweg hin über das „Negerdorf“ und dem Westpark . Zurück wäre ein Fußweg entlang der Schnettkerbrücke möglich.

Der Weg über den Westpark und den Ausläufern des Kreuzviertels war schon immer mein Lieblingsspaziergang zum Fußball. Eine Multi-Kulti-Gegend und dennoch eher gentrifiziert. Ein Park, der aus einem alten Friedhof entstanden ist, aufgelassen in 1920ern.

Kneipe – Antifa

Hochwertiger Altbau neben heruntergekommenen Häusern. Eine Antifa-Kneipe, in der ich am Wochenende zum Cafe Zeitung lesen würde und abends versacken könnte.

Street Art Gallery

Alternative, moderne Kunst in Form von Street Art am Wegesrand, die eben nicht einfach nur Schmiererei ist. Verbundenheit mit dem lokalen Fußballverein, der sich an seine Arbeiterwurzeln erinnern sollte.

Das Spiel war übrigens grottig. Dazu beigetragen haben in loser Reihenfolge: der VfL Bochum, der Video-Schiedsrichter, die Spieler von Borussia Dortmund und der Zufall. Ich glaube, ich bin urlaubsreif 🙂

2021 geht zu Ende

Das zweite Silvester unter dem Einfluss von corona. Mittlerweile mutieren wir uns durch: nun droht Omikron mit schnellerem Anstecken. Das Problem ist nun nicht mal mehr, dass man sich ansteckt. Es ist viel eher so, dass zuviel Ausfälle in Gesundheit und Versorgung, der sogenannten Kritischen Infrastruktur (KRITIS) drohen.

Dies bietet aber auch Möglichkeiten, sich mit Essen auseinanderzusetzen und neue Rezepte auszuprobieren.

Als Beispiel der letzten Wochen habe ich einerseits Hühnerbrustfilets in einer Camembertsauce und andererseits eine Vietnamesische Suppe ausgesucht.

Das Huhn ist wenig Aufwand bei großem Ergebnis. Das Originalrezept stammt von Aurélie Bastian und ist sehr zu empfehlen. Wir haben die Baguettes aber durch selbstgebackenes Brot ersetzt.

Weihnachten: Hühnerbrustfilets à la Normande

Um dem vielen Essen der Feiertage zu entgehen und unserem großen Interesse an asiatischem Essen nachzukommen, habe ich mich mal an eine Vietnamesische Suppe gewagt. Wahrscheinlich ist es nur eine Suppe nach vietnamesischer Art geworden, aber das macht nichts. War jedenfalls sehr lecker.

Vietnamesische Suppe, kalorienarm und auch fleischlos möglich

Das Jahr geht auch mit einer einjährigen Erfahrung mit einem Hybrid-Auto zu Ende: ab Dezember 2020 war der Renault captur in Betrieb. Insgesamt eine sehr positive Erfahrung.

Wir sind überwiegend elektrisch gefahren, was bei den kurzen Strecken, die wir typischerweise fahren, zu erwarten war. In diesen 13 Monaten haben wir 6 mal getankt; das Fahrzeug ist aber seit dem letzten Tanken noch voll. Der Verbrauch liegt im Schnitt bei 2,3 Liter auf 100 km. Dazu kommen in etwa 18-20 kWh/100 km. Diese Angabe stammt vom Bordcomputer und ist daher wahrscheinlich nicht korrekt. Daher habe ich unsere Stromverbräuche visualisiert. Im Durchschnitt haben wir etwa 80 kWh mehr an Strom verbraucht als in den Jahren ohne eAuto. Die monatlichen Verbrauchswerte schwankten von 30 bis 130 kWh; in der Summe waren es 920 kWh, demnach wären es etwa 11-12 kWh je 100 km.

Die Veränderung gegenüber 2019 habe ich mal mit gnuplot abgebildet. Bis März 2020 ähnelten sich die Verbräuche der beiden Jahre 2019 und 2020. 2021 war dann der Stromverbrauch geprägt vom Zusatzverbrauch für das eAuto.

Zu gnuplot schreibe ich mal einen eigenen Artikel. Jetzt interessiert lediglich der Stromverbrauch. Guten Rutsch!

Stromverbrauch mit eAuto
Stromverbrauch nach Erwerb eAuto

Wie ist es, wenn man corona hatte?

Eigentlich harmlos, aber vermutlich nur, weil ich geimpft war und zuvor leicht erkältet. Tatsächlich war meine Erkrankung wie eine mittelschwere Erkältung, nur im schnellen Vorlauf. Eingefangen habe ich es mir bei einer Geburtstagsfeier: alle 2G und auch noch getestet. Nützte nix. Nur vier Tage später war ich ansteckend und hatte es auch schon mal weiter gegeben. Am späten Nachmittag kribbelte die Nase und ich musste mich räuspern. Drei Stunden später Husten und 37,2 °C Temperatur.

Dummerweise habe ich eine Kollegin angesteckt, weil ich es eben nicht wusste. So schnell geht es! (Info am Rande: sie ist ebenfalls genesen )

Drei Tage lang war es morgens gut und abends eher nicht. Dann war ich fit: wer kommt mit in die Disco oder Kneipe? So ganz war das nicht richtig, aber im Grunde war es vorbei. Ich hatte noch trockene Nase (sie lief nie), blöden Husten (wie damals, als ich noch rauchte), Temperatur nie höher als 36,6 (unterm Arm) und keinen Geruch (Geschmack sehr wohl, wäre ohne Geschmack fatal gewesen). Schon ein zwei Tage später war alles vorbei: etwas Geruchsverlust, aber eigentlich sonst nix.

Natürlich musste ich in Quarantäne: ich hatte zum PCR-Test schon Symptome. Da gab es dann kein Freikaufen (Testen). Zum Glück war ich der einzige in der Familie.

Nach 14 Tagen positiver PCR-Test, aber ein cT-Wert von mehr als 30 un schon lange keine Symptome mehr: also Ende der Quarantäne. Hurra.

Ich kann allen nur empfehlen: lasst euch impfen. Ich will nicht wissen, wie das ohne läuft!

Der weitere Verlauf des Jahres 2021

Und wieder fliegt die Zeit an einem vorbei. Ich habe den Eindruck, dass man für Hobbies wie diesen Blog einfach zu wenig Zeit hat, So muss ich jetzt ein halbes Jahr nacharbeiten. Das Frühjahr war geprägt von Radtouren und Gartenarbeit. Der überdachte Teil der Veranda wurde mit Planken ausgelegt und wird bald mal die Chance auf eine Außenküche bieten. Immerhin stehen nun auch schon sechs Paletten so, dass man gut sitzen kann. Die Polster waren geliefert, es stand alles bereit. Jedenfalls hatte ich im Garten immer netten Besuch, wie das Bild vom Futterhaus zeigt. Dazu aber noch später.

Vierbeiniger Besuch im Futterhaus

Da mir das Fitness-Studio im Zeichen von Covid-19 einfach gesundheitlich zu unsicher war, habe ich dort gekündigt und bin vermehrt Rad gefahren; Touren meist allein oder aber auch mit Freunden mit Zielen in der Umgebung. Dabei bemerkt man erst, wie schön unsere Gegend ist. Vermutlich wiederhole ich mich da, aber es ist nun mal so. Meine „Sonntagsrunde“ geht von hier nach Kettwig, entlang der Ruhr bis nach Mülheim und zurück nach Ratingen (oder umgekehrt). Zwei Varianten führten mich von Kettwig nach Werden: einmal in die Innenstadt von Essen, ein anderes Mal zur Jugendherberge, der Ruhrklinik und zurück über Heiligenhaus nach Ratingen. Diese Tour hat mich sehr angestrengt: ich hätte nie geglaubt, dass es an der Ruhr solche Aufstiege gibt wie bei der Jugendherberge.

Radtouridylle unter der Ruhrtalbrücke
Alte Mühle bei Ratingen
Industriebrache mit Werbung und Graffitti
Der Rhein bei Duisburg

Sommer

Der Sommerurlaub begann erst Ende August und sollte nach Frankreich gehen. Wir haben uns eine Gegend mit niedrigster Inzidenz gesucht… und gefunden. Die Creuse, Nouvelle Aquitaine, im Herzen Frankreichs. Vallière , 770 Einwohner: 2 Bäcker, ein Municipale, eine Brocante mit gleichzeitiger Bewirtung und Mittagstisch. Sehr ländlich, wenig Touristen, insbesondere am Ende der Ferien.

Wir hatte den Platz quasi für uns; insgesamt vier Gäste. Ankommen, sich installieren und auf den Regisseur der Kommune warten. Diese hat dann am Abend abkassiert. Faul wie wir waren, haben wir gleich für eine Woche gebucht. Es war unter 10€ am Tag, also halb soviel wie sonst auf Plätzen. Direkt am Wald, Spaziergang zum See, 700 m vom Stadtkern. Entschleunigung pur.

Die Brocante (Antiquitätenhändler) war das soziale Zentrum des Dorfes. Sehr offen, sehr freundlich: wir waren nach dem ersten Besuch „Madame et Monsieur le Retriever“, auch wenn nach wenigen Worten mit uns ein sehr gutes Englisch gesprochen wurde; Begrüßung unmittelbar mit Handschlag. Pastis, Rosé, Bier, Essen aus der Außenküche. Man fühlte sich wie ein schon immer dort gewesener Freund. Jeder begrüßte uns als wären wir Teile des Dorfes, auch wenn die Person gar nichts mit der Brocante oder der Küche zu tun hatte. Andere Gäste fragten uns, ob wir schon ein Haus gekauft hätten. Wir haben tatsächlich begonnen, über den Erwerb einer Immobilie nachzudenken. Mehr über diese Familie und dem Antiquitätenhandel findet man hier

Als die Inzidenzen überall wieder sanken (in der Creuse nicht, da waren sie eh niedrig) und es langsam kühler wurde, fuhren wir an unseren Lieblingsort: Caromb in der Provence.

Viel hatte sich geändert: der Tourismus in der Stadt war professioneller geworden. Unser verschlafenes Dorf hatte Geld angezogen. Der Campingplatz erschien im neuen Gewand. Wir genossen es: warm und ruhig. Und wieder schauten wir nach Häusern. Diesmal werden wir es aber in anderen Jahreszeiten testen. Wenn Corona es zulässt wollen wir über Neujahr dort Urlaub im Ferienhaus machen.

Fussball

Nach gut 15 Monaten endlich wieder mal im Tempel. 2G-Regel, frühe Kontrollen, nur 25000 Zuschauer zugelassen. Perfekt. Dann schon beim nächsten Spiel deutliche Öffnung zu mehr Zuschauern und leider nur noch 3G. Trotzdem: schöne Stimmung, nicht wie sonst bei Vollauslastung, aber immerhin nahe dran.

Die Einlaßsituation wurde deutlich schlechter mit zunehmender Zuschauerzahl. Der BvB versuchte das dadurch zu entzerren, dass es eine Happy Hour gab. Die Idee war gut, aber nicht gut genug. Zu eng, zu voll, zu langsam. Durch die Konzentration der Kontrollen direkt vor dem Einlass, war es erheblich langsamer als zuvor, wo man überall den Impfstatus prüfen lassen konnte, wo Menschen mit einer weißen Flagge zu sehen waren. Auch der Schritt weg von 2G hin zu 3G war sicherlich ein Grund für größeren Prüfaufwand.

Herbst

Nun haben wir die vierte Welle. Alle verlassen sich auf 2 oder 3G, mit und ohne zusätzlicher Testung. Alle wissen: Impfung schützt nicht vor Ansteckung, sondern vor schwerem Verlauf. Trotzdem vertraut man auf diesen Schutz und wird leichtsinniger.

Aber selbst wenn man es gut machen will und zu einer Geburtstagsfeier eine 2G+ Regelung einführt, reduziert man nur das Risiko. Man schließt es nicht aus. Den Beweis dafür erlebe ich gerade. Positiver PCR-Test, Quarantäne. Bin froh, dass ich geimpft bin: ich erlebe Corona wie eine leichte bis mittelschwere Grippe, habe keinen Geschmacksverlust, bin kurzatmig und habe Husten.

Ich werde berichten, wie es weiter geht…

Mehr als ein Jahr Corona

Die Impfung hatte mich dann doch stärker erwischt als ich glaubte. Etwa wie ein stärkerer grippaler Effekt für wenige Stunden. Gut, zumindest weiß ich nun, dass mir kein Placebo gespritzt wurde. Nun noch die zweite und ich bin in relativer Sicherheit. Ich hoffe, dass die Schlagzahl beim Impfen nun zunimmt und wir im Sommer etwas mehr Normalität ohne Rückfall in eine x.te bekommen.

Nach einigen Tagen Gartenarbeit und Vorbereiten der Außenküche konnte ich dann heute eine kleine Radtour machen. Einmal rund um die Nachbarschaft: die Tour zeigt mir, wie schön wir es hier am Rande des Ruhrgebiets und Rheinland haben. Für Radtouren schon gelegentlich anstrengend, da es ein Auf und Ab aus den wasserreichen Tälern auf die Hochebenen gibt. Andererseits ist die Landschaft mit sanften geschwungenen Einschnitten sehr abwechslungsreich.

In den Feldern um Ratingen
Hausmannsmühle

Der Garten beginnt wieder frischer auszusehen, bei mehr Regen als im letzten Jahr. Auch wenn es nicht ganz so warm ist, wie ich es mir wünsche, so kann ich doch wieder auf der Veranda sitzen, im Trockenen, und etwas auf dem Rechner tippen. Die Verandaerweiterung ist aufgeräumt, die Arbeiten am Boden können beginnen. Erstaunlich, wieviel Gewinn an Lebensqualität dieser Bereich bietet, wenn er denn genutzt werden kann.

In den letzten Monaten hatte ich einige Zahnarzttermine. Einiges wird mir in Erinnerung bleiben 😉 Ganz besonders aber das Wasserschloss Haus Bodelschwingh. Versteckt und von der Strasse nicht sofort sichtbar. Ein echtes Kleinod

Haus Bodelschwingh

Neben dem Schloß ist auch ein entsprechender Garten, den ich ebenfalls empfehlen kann. Mehr Infos zum Haus gibt es hier

Nordfriedhof Düsseldorf bei Schnee

Hin und wieder besuche ich den Nordfriedhof in Düsseldorf, da er nah an meiner Arbeitsstätte liegt und in der Mittagspause erreichbar ist. Meistens im Sommer… oder bei Schnee. Dann sind die Gräber mit kunstvollen Steinmetzarbeiten meiner Meinung nach am schönsten.

Denkender Engel

Der Friedhof hat generell einen „alten“ Flair, selbst bei neuen Gebäuden oder Gräbern. Dieser Effekt wird natürlich bei S/W-Bildern verstärkt.

Neues Jahr, neues Glück

Viele Monate gingen ins Land bevor ich wieder zum Schreiben komme. Viel ist passiert, einiges ist neu. Ich versuche hier gleich mehrere Monate neu zu erfassen: von Reisen über Computerproblemen bis hin zu Kochen und Photographie.

Im September machten wir dann Urlaub mit dem Wohnmobil und den Fahrrädern. Zunächst Verwandtschaft besuchen, Münsterland durchreisen und in Warendorf das Landgestüt besuchen. Dann aber sollte es länger zur Erholung weggehen. Es lag nahe, ins flache Land zu fahren und außerdem wollten wir angesichts Covid-19 nichts riskieren und schnell wieder zu Hause . Also auf nach Holland, Winterswijk.

Urlaub

Bauernhof in Winterswijk
Kibbeling und Pommes

Es war schön, es hat Spaß gemacht und wir haben eine Erfahrung mehr: wir können mit Fahrrädern und Wohnmobil fahren.

Kochen

Dann begann die hektische Jahresendzeit im Büro. Außer gelegentliches Kochen von ausgefallenen Dingen, klappte zeitlich nichts wirklich gut. Eine Tarte mit Grünkohl und Mettwurst war eine willkommene Neuerung in meiner Rezeptsammlung.

Grünkohltarte mit Mettwurst

Computer

Im Dezember dann verabschiedete sich meine SSD im Desktop. Zum Glück hatte ich schon den Laptop als vollständigen Ersatz für die Übergangszeit eingerichtet. Es folgte die Zeit der Fehlersuche und der Entscheidung, ob der 4,5 Jahre alte PC weiter im Einsatz bleiben kann. Ein ganz großer Dank geht an die Firma Tuxedo, die mich auf den Weg geleitet hat, den Fehler einzugrenzen. Ergebnis: neue, bessere SSD und eine größere HDD. Zusammen mit Gehäuse für 3,5″-Platten waren das 120 €. Ich mache gern Werbung für Tuxedo an dieser Stelle, denn durch die Hilfe entging ihnen der Verkauf eines Laptops an mich. Ich würde ihn jetzt trotz der Investitionen kaufen, wenn mein jetziger PC schlapp macht; immerhin sind 80-90 € der Investition weiter nutzbar.

Photographie

Mit der Reparatur des Rechners kam auch eine Neuinstallation von Betriebssystem (weiterhin Ubuntu18.04) und Software einher. Dabei entdeckte ich, dass Darktable in aktualisierter Version vorlag. Die Menüs waren verändert, einige Stile funktionierten nicht mehr, weil sie veraltete Menüs ansprachen. Das war aber auch gar nicht mehr nötig: viele Aspekte der Stile, die ich verwende, waren jetzt direkt in den Menüs als voreingestellte Auswahlen ansprechbar.

Zeche Zollern in Dortmund
Berchtesgaden

Also versuchte ich mich an einigen Bildern sowohl in S/W als auch in Farbe. Die Lernkurve von Darktable ist steil, unbestritten, aber diesmal war ich schnell wieder drin.

Frankreich: Wissant
West Yorkshire 2018

Und erneut: Kochen

Zu Weihnachten erhielt ich ein neues Kochbuch: französisch war es schon, aber anders als sonst. Es ist ein Reisekochbuch; die Reise startet in der Provence und endet in der Normandie. Aber der Weg führt durch ehemalige Kolonien: Vietnam, Guadeloupe, Réunion, Pondicherry…. Ein erstes Rezept musste ausprobiert werden: Masala-Garnelen, dazu Brot und ein sehr leckerer Joghurt.

Masala-Garnelen (Handy-Aufnahme)

Zu Weihnachten erhielt ich ein Geschenk meines Referates, das auch mit Kochen zu tun hat: eine Koch-Konferenz, also ein Kochkurs über Videokonferenz. Ein ganz besonders gute Idee, weil sie zum Einen das Essen umfasst und zum Anderen der Kochschule im Medienhafen (Düsseldorf) ein Einkommen garantiert. Und so ganz nebenbei lernt man eben auch noch etwas beim Kochen dazu 🙂

Barbarie-Entenbrust in Portwein-Jus mit Waldpilzen und Kürbispürrée (Handy-Aufnahme)

Erkunden der Heimat per Rad

Den Juni und Juli hat mich das eingeschränkte Wetter nicht so Herumfahren lassen wie noch Anfang Mai. Es machte beinahe den Eindruck als wäre der Sommer Mitte Mai geendet. Immerhin sind mir neben einzelnen Fahrten zur Arbeit auch längere Touren gelungen.

Die erste längere Tour führte mich von Ratingen über meinem neuen Lieblingsweg nach Kettwig. Von dort entlang der Ruhr nach Werden. Schön ist, wie die alte Technik heute integriert als Sehenswürdigkeit weiterlebt. Schön ist auch die neue Verwendung alter Industrie- oder Funktionsgebäude als Wohnraum. Könnte einen neidisch machen. Ein bisschen entwickelt sich der Pott in diesem Bereich wie Yorkshire: verlassene Industrieanlagen aus einer vergangenen Zeit, als Arbeit noch stärker mit Körpereinsatz verbunden war und Industriearchitektur gut zum Anschauen war. Ich kann den heutigen Industriebauten irgendwie nichts abgewinnen, aber vielleicht sagen Generationen nach mir etwas anderes. Bis dahin genieße ich die Bauten der frühen bis mittleren Gründerzeit 😉

Schleuse an einem Zufluss der Ruhr
Wohnen in der Ruhr

Die Tour führte mich von Werden entlang des Baldeneysees mit all seinen Jachten und Booten. Ich wusste, dass mein Weg mich nach Steele führen wird und erwartete quasi minütlich, dass sich die Natur zurückzieht und der städtischen Architektur Platz macht, aber weit gefehlt: die Gegend blieb ursprünglich (zumindest so ursprünglich wie etwas im Pott unberührt sein kann). In den Ruhrauen zeigte nur ein Förderturm, dass die Stadt nahe ist. Eine Erfahrung, die eine Aussage eines Freundes und Arbeitskollegen bestätigte: vermutlich haben wir Kinder des Ruhrgebiets tatsächlich mehr Zugang zu grünen Flächen und Bereichen als es Großstadtkinder in München, Stuttgart oder Hamburg hatten. Es wurden Löcher in den Boden gegraben, Kohle raus geholt und drum herum Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten geschaffen. Dann machte man eine Stadt draus. Bis zum nächsten „Loch“ waren aber nur Felder und Wiesen. Im Süden des Potts kam dazu, dass der Bergbau schon früh verschwand und unterirdisch nach Norden wanderte. Fazit: es gibt und gab auch schon früher große freie grüne Flächen!

Ruhraue mit Förderturm

Die zweite Tour, etwas länger, sollte mich mit der Navigation aus einer selbst erstellten Route vertraut machen. Auch sollte sie länger sein, um die Akkuleistung zu testen. Also war der Plan von Ratingen aus nach Erkrath ins Neandertal zu reisen, von dort weiter Richtung Haan und Hilden um dann in Schloß Garath zu landen.

Schloß Garath

Ein kurzer Besuch bei einem Freund und ich fuhr weiter in den alten Rhein bei Himmelgeist und Urdenbach. Der Weg führte dann nach Benrath.

Alter Rhein

Wenn ich gewusst hätte, was mich im alten Rhein erwartete, hätte ich das große Objektiv und mehr Zeit mitgebracht: Vogelbeobachtung leicht gemacht: ein Paradies. So ging es durch Benrath und ich musste feststellen, wie nah dort Schloß, Kultur und Industrie zusammenkommen. Henkel wurde gestreift, der Weg in die Stadt führte Richtung Hamm und an dem alten Gebäude des heutigen LANUV vorbei. Es war das alte LAWA und eine Außenstelle des Landesumweltamtes als ich noch bei diesem war. Hinter der obersten Fensterreihe war die Kantine.

Landesamt für Wasser und Abfall – Landesumweltamt – Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz – Leerstand

Schließlich und endlich ging es in den mit Schwerlastverkehr ausgefüllten Hafen, zum Rhein, entlang des Ufers und über den Norden Düsseldorfs wieder nach Ratingen. Die Fahrt habe ich bei Komoot aufgezeichnet.

Diese Tour zeigte mir, wie sehr anders die Landschaft hier verglichen mit dem mittleren und nördlichen Ruhrgebiet ist. Eine ehemalige Hochebene, durchzogen von Bächen und Flüssen, die sich Jahrtausende lang in die Tiefe gefressen haben und steile Auf- und Abfahrten hinterließen. Mit Erreichen des Rheins, insbesondere des alten Rheins, hat man dann die Vorstellung wie sehr dieses breite Gewässer das Leben an ihm beeinflusst haben muss: Hochwasser, Sumpf, Insekten, Wildtiere, Fische. Bäuerliche Anwesen aus Ziegel erinnern dagegen an das Münsterland; aber das mag mein persönlicher Eindruck sein.

Rheinufer

Gepflogenheiten beim Radeln und Wandern und andere Gedanken

Mein lieber Schweizer Freund bemängelt generell, aber bei eBikern insbesondere, die „Unfreundlichkeit“ der Verkehrsteilnehmer untereinander: der im Straßenverkehr berühmte §1 der StVO wird auch unter Radfahrern nicht beachtet; man grüßt sich nicht, man ist schlichtweg egoistisch. Unabhängig vom Rad oder seiner technischen Ausstattung: ich gebe ihm recht. Dies ist etwas, was ich in Deutschland stärker empfinde als im Ausland. Mein Schweizer Freund bemerkt dies aber auch in seinem Heimatland und führt es auf die Technik zurück. Ich nehme an, immer mehr Menschen können sich damit fortbewegen und gelangen so in das uns als Wanderer und Radfahrer bekannte Umfeld.

Als Urlauber im Ausland, sei es Frankreich oder England, oder auch in der Eifel werde ich als Wanderer gegrüßt und grüße selber mehr als hier. Ich glaube, dass es keine Unfreundlichkeit ist, sondern schlichtweg eine Frage der Bevölkerungsdichte. Am Sonntag fuhr ich nach Kettwig, entlang eines ausgewiesenen Radwegs: auf dem Weg glaubte ich, Hunderten begegnet zu sein. In Kettwig selbst, an der Ruhr, waren Radfahrer und Spaziergänger in einer unüberschaubaren Anzahl unterwegs, mehrere Hunderte sicherlich. An Grüßen war gar nicht zu denken, da wären wir alle heute noch nicht fertig.

Kettwig Stausee

Ende eines Urlaubs

Es war der letzte Tag meines Urlaubs. Am Tag davor besuchte ich Verwandtschaft im nördlichen Ruhrgebiet, mit dem Zug bis Essen und von dort mit dem Rad entlang der Kanäle bis Selm. Interessanterweise ging es laut Statistik meines Handys beständig bergauf. Davon merkt man vergleichsweise wenig, lediglich an den jeweiligen Hebewerken wie in Herne-Crange oder Henrichenburg wird es offensichtlich. 55 km, eine schöne Strecke.

Kanal
religiöse Bunker in Gelsenkirchen
Schiffshebewerk Henrichenburg

Zurück zur Normalität

Nun weiß ich nicht, ob es die Normalität ist, die ich vermisse oder ob es die Erinnerung an alte Zeiten in der Stadt ist, die ich tatsächlich so fühle, als vermisse ich sie. Vielleicht ist es kein Vermissen einer Normalität, sondern einer Vergangenheit. Jedenfalls habe ich ein Bier auf der Strasse beim Tannenbaum genossen.

Kneipe in Düsseldorf