Genießen

Im November beginnt für mich die Jahreszeit mit dem geringsten Sex-Appeal: Strassen voll, Himmel in einer Melange aus Schwarz und weiß also grau, kalt, feucht und insgesamt dunkel. Ich freue mich auf die Adventszeit und danach dann wieder auf Karneval, wenn es wieder lichtmäßig bergauf geht.

Andererseits bietet der November Chancen für leckeres Essen und genießen. ich hatte mich an ein südwestfranzösisches Essen gemacht, eine Dose Confit de Canard. Es war eine der besseren Konserven, die es im letzten Jahr im Oktober für unter 10 Euro im Auchan in Calais gab (sonst kosten die eher um die 20€).

Entenkonserve vor dem Ofen

Es ist eine total einfache Zubereitung: Dose öffnen und im Wasserbad ein klein wenig erhitzen, Entenschenkel (etwa 4-5 Stück in einer Dose mit der Beschriftung 4/5, ziemlich logisch) entnehmen, vom Fett befreien und in eine feuerfeste Form geben. Etwas Thymian drüber und fertig zum Gratinieren im Ofen. Auf keinen Fall salzen!

Das restliche Fett braucht man zum Teil für die Bratkartoffeln (ob roh oder vorgekocht bleibt allen selbst überlassen). Das restliche Fett verwahre ich für andere Braten 🙂

Dazu gab es bei uns, um etwas Frisches zu haben, einen einfachen grünen Salat, den sich jeder selbst mit Vinaigrette oder Essig, Balsamico, Öl usw. anmachen durfte.

Vorspeise-DIY

Alles in allem war es sehr lecker und ich war total überrascht von der Konserve, die ja eigentlich ursprünglich ein Abfallprodukt der Herstellung von Foie Gras (oder wie mein Arbeitskollege gern sagt „Pfui bah“) war und mit Gänsen hergestellt wurde. Die Ente ist jedenfalls absolut zart und lädt ein zu verschiedensten Variationen.

Was mir am Ende fehlte, war ein Raum zum Hinsetzen und Genießen wie zum Beispiel der Whiskytasting-Raum der Marienburg in Monheim, den ich erst vor kurzem kennen lernte.

Raum für Whiskytasting in der Marienburg, Monheim

Erinnerungen an die Jugend

Ab etwa 1975 bis zum Beginn des Studiums habe ich zusammen mit Schulfreunden regelmäßig alle Spiele des BVB in Dortmund gesehen. Wir hatten keine Dauerkarte und außerdem noch Samstags bis 12 Uhr Schule. Also ging es fast direkt in den Zug von Unna bzw. Holzwickede nach Dortmund. Ran an das Kartenhäuschen mit Jugendkarten und anschließend entweder zu Oma und Opa im Kreuzviertel oder in eine der dortigen Kneipen (was früher auch mit 15 oder 16 ging).

Auf dem Weg zurück musste man über den Rheinlanddamm oder auch B1 oder Ruhrschnellweg (ja, damals war der noch schnell!) genannt. Dazu gingen wir über eine gebogene Brücke und hatten links die Westfalenhalle und geradeaus Rote Erde und Westfalenstadion.

Vor ein paar Wochen hatte jemand in einer Facebook-Gruppe für alte Dortmunder Bilder genau diesen Blick als Photo veröffentlicht. Da dachte ich mir, ich könne ein ähnliches Bild als Erinnerung an Oma und Opa und den Apfelplinsen machen. Es war der Abend des Spiels gegen Inter Mailand: ich war im Kumpel Erich (wie früher, da hieß er nur anders) und ging über die Brücke zum Stadion.

Brücke am Ruhrschnellweg

Französisches Essen

Letzte Woche gab es mal wieder Essen für Freunde, die weniger französisch Kochen. Ich war etwas faul und habe etwas ausgesucht, was sich von alleine zubereitet. Ein Huhn, gewürzt mit einer Tapenade aus grünen Oliven, welche unter die Haut gespritzt wird und auf dem Huhn verteilt ist. Dazu Kartoffeln, gemeinsam im Backrohr.

Das Rezept stammt von Aurélie Bastian „Provenzalisches Backhähnchen„. Außer schnell die Tapenade machen, es in das Huhn bekommen, ein paar Kartoffeln finden und etwas Rosmarin in die Form geben, war eigentlich nichts zu tun. Als Vorspeise gab es Baguette und eine Pâté sowie ein Rillette, beide aus dem Shop von Aurélie.

Lediglich die Nachspeise hatte es Arbeit gemacht: Erdbeerparfait. Erdbeeren, würfeln, zuckern, pürieren. Mit Sahne, Crème fraîche, Minze mischen und anschließend für viele Stunden in den Tiefkühler.

Saisoneröffnung in Dortmund

Eigentlich fahre ich da nie hin. Vielleicht auch, weil wir sonst um diese Zeit Urlaub haben. Dieses Jahr wollte ich etwas ganz außergewöhnliches (aus meiner Sicht) machen: ich fahre mit dem Rad. Naja, nicht die ganze Strecke: hin bis Langedreer mit dem Zug, dann Rad. Zurück immerhin vom Stadion über Westpark, Dorstfeld bis Bahnhof Kettwig. Und auch nicht nur mit Muskelkraft: habe ja ein eBike. Allerdings habe ich nur 50% der Strecke mit der Einstellung eco hinter mich gebracht, ansonsten war der Motor aus.

Ich war sehr früh, zu früh für die Orga vor Ort. Der Eingang war eigentlich für die Stadionführung und die Stadionrallye geöffnet (man bekam ein gelbes Band an den Arm), aber ich hatte meinen Fahrradakku hochgehalten wie einst Milla Jovovich im Fünften Element: „Multipass- das ist nur ein Akku für das Fahrrad“. Man hatte schlicht vergessen auf meinen Arm zu schauen. Somit war ich drin und auf der Nord.

Westfalenstadion – immer noch!

Vor dem Stadion füllte es sich: die Schlangen wurden länger, auch vor dem Wurststand. Der DJ übte noch, die Technik stand noch nicht perfekt.

DJ im Kiosk

Auf die Spielervorstellung wollte ich nicht warten. Ich fuhr in den Westpark, zu Café Erdmann und nahm ein Bier. Der Westpark war im 19 Jhdt. ein Friedhof, gegen 1912 wurde aber der Hauptfriedhof in Brackel eingerichtet und der Westfriedhof zum Park umgestaltet. Er ist für mich der kultigste Park in Dortmund: Zwischen Kreuzviertel, Möllerviertel, Städtischen Kliniken und Dortmund-West gelegen findet sich jegliche Clientel dort ein.

Café Erdmann im Westpark

Über Dorstfeld, Bochumer Süden, entlang der Ruhr im Essener Süden ging es dann nach Kettwig. Alles in allem bin ich heute 70 km Rad gefahren, einen großen Teil ohne Motor. Das hätte ich ohne eBike vermutlich nicht gemacht. Aber mit dem Motor hat man keine Sorge, schnell erschöpft zu sein und wagt somit längere und anstrengendere Strecken. Dazu sieht man halt auch schöne Flecken wie den Baldeney-See

Baldeney-See

Italienisches Essen

Italienisch heißt nicht Pizza, es wird nur so immer gesehen. Tatsächlich gibt es viel Interessanteres als Pizza. So gab es letztes Wochenende ein aufwändiges Gericht. Aufwändig, weil drei „Diäten“ zu berücksichtigen waren: vegetarisch, kohlenhydratarm und normal.

Also gab es Brokkoli mit einer Käsesauce, Rosmarinkartoffeln und einen italienischen Schweinebraten. Jeder konnte sich also nehmen, was er oder sie essen wollte.

Der Schweinebraten wurde gesalzen und gepfeffert und dann rundum braun angebraten. Anschließend in eine Auflaufform gelegt und mit einem Öl mit 2 Knoblauchzehen (gepresst), 10 Stielen Thymian und 3 Zweigen Rosmarin (Blättchen und Nadeln abzupfen und hacken) eingestrichen. Dann 2,5 h bei 120 °C in den Ofen, gelegentlich drehen und wieder mit dem Öl bestreichen. Voilà.

Geocaching-Meisterschaft 2019

Am Wochenende fand in Düsseldorf die GC-Meisterschaft 2019 statt. Ausrichter darf traditionsgemäß der Vorjahressieger sein. Und das war das Team um meine Frau herum. Wochen der Event-Vorbereitung, der Planung, der Stationsvorbereitung, des Herstellens von Einkaufslisten und…und…und haben nun ein Ende. Hurra, Normalität hält wieder Einzug in unseren Haushalt.

Düsselschläger-Flagge - GC-Meisterschaft 2019

Experimente mit Darktable

Nachdem der gestrige Tag durch ein Update von Firefox und daraus resultierender Arbeit zum kompletten Umstieg auf Chrome ziemlich ausgefüllt war, kam noch eine Krankheit von Cosmo dazu. Also hatte ich tatsächlich keine Zeit, mich den Aufnahmen aus dem Garten zu widmen.

Ich habe dann erst heute das Bild als AGFA-PAN-Film von Cosmo entwickelt. Es ist technisch weniger schön, dafür ist das Objekt auf dem Bild gelungen. Cosmo schleppt so ziemlich alles an: ist vielleicht auch der Grund, warum er häufiger mal was am Magen hat

Beutefang

Osterbilder

Wir waren mal für wenige Tage verreist und haben in Frankreich ein paar nette Tage gehabt. Außer Großeinkäufen und leckerem Essen haben wir Photos in der Umgebung gemacht. Ich habe mit Darktable weiter probiert und gelernt. Dies sind ein paar Ergebnisse.

Zunächst ein Blick über die Landschaft vom Mont du Couple aus

Auf dem Mont du Couple

Die Marie lässt sich nicht direkt von vorn aufnehmen. Daher habe ich die Perspektivenkorrektur verwendet. Einfach zu bedienen, guter Erfolg

Mairie Wissant

Schließlich noch eine Sepiabearbeitung. Der originale Stil führt für meinen Geschmack zu sehr in das braune, daher von mir etwas entschärft.

Regeln in Frankreich

Darktable

Urlaub! Endlich Zeit, etwas mit Darktable zu spielen. Wie damals in Bibble sind die Möglichkeiten so vielfältig, dass man nicht alles auf Anhieb findet. Außerdem ist die Bedienlogik nicht wirklich immer intuitiv. Also habe ich mich heute mal mit -für mich- neuen Funktionen auseinandergesetzt.

Stile und Versionen

Tatsächlich findet man im Netz eine Vielzahl vorgefertigter Stile, die man auf seine Bilder anwenden kann. Die Stile können Simulationen von ehemaligen analogen Filmen sein (Ilford HP5, Agfapan 400 usw.), es können aber auch einfach nur kreative Voreinstellungen sein, die man belässt oder als Grundeinstellung für sein eigenes Bild verwendet. Da Darktable das Originalbild nicht verändert, sondern die gewählten Einstellungen beim Export erst auf das Bild anwendet, kann man eigentlich nichts falsch machen. Allerdings sollte man vor der Anwendung von Stilen erst eine Kopie seines Bildes anlegen, da man sonst das Original nicht mehr auf dem Leuchttisch sehen kann. Natürlich kann Darktable das, indem es schlichtweg eine quasi leere XML-Datei, ohne ohne anzuwendende Parameter anlegt. Ich bin begeistert, wie schön die Versionsverwaltung funktioniert (wenn man sie entdeckt hat). In der Dunkelkammer kann man die verschiedenen Versionen miteinander vergleichen und sich für die gewünschte Ausgabe entscheiden, man muss dafür nicht die Miniaturansichten auf dem Leuchttisch vergleichen.

West Yorkshire

Kategorien, Sterne und Farben

Ich verwende ganz gern Kategorien, um Bilder zu bestimmten Themen schnell zu finden. Bei größeren Ereignissen ist dies meist über das jeweilige Jahr möglich. Aber bei Schnappschüssen gelingt das in der Regel nicht mehr. Auch dies ist sehr einfach in Darktable verwendbar. Ärgerlich ist, dass ich bislang meine Bilder in XnView verwaltet habe und ich die Kategorien von dort noch nicht exportieren konnte. Also muss ich das wohl nach und nach neu aufbauen.

Sterne verwende ich einfach nur, um mir selber zu sagen, wie gut das Bild aus meiner Sicht ist. Wichtiger war bei mir immer die Farbkodierung: sie besagt, ob das Bild noch bearbeitet werden muss, ob es fertig ist, für die Publikation vorgesehen oder schon publiziert ist. Nun fand ich nur auf dem Leuchttisch eine Möglichkeit, Sterne vergeben zu können. Farben? Fehlanzeige, obwohl es sie geben musste, denn man konnte danach filtern und sortieren. Es hatte mich viel Zeit gekostet, herauszufinden, dass am unteren Rand des Bildschirms ein Dreieck (Pfeil) war, der ein Menü unter dem Bild öffnete. Na ja, da waren sie: Sterne und Farben.

Steam Punk in Hebden Bridge

Ich habe dann mal versucht, Darktable auf JPG-Bilder anzuwenden. Bei Bibble war das nicht so gewünscht, da nicht alle Funktionen einen Effekt hatten. Es empfahl sich, immer RAW-Formate zu bearbeiten. Hier sind mal zwei Bilder aus dem letzten Urlaub in West Yorkshire beigefügt. Es ist ok, ich kann mit den Bildern leben.

Entscheidung

Darktable hat gewonnen. Ich habe es geschafft, mir einen Werkzeugkoffer zu basteln mit allem, was ich so typischerweise auch seinerzeit unter Bibble genutzt habe. Ich bin quasi begeistert. Die Möglichkeiten sind noch immer unüberschaubar, aber das ist kein Grund mehr, Darktable nicht mehr zu nutzen.

Photivo wird mich verlassen müssen, auch weil es sehr wenig ressourcensparend ist und selbst meinen Linux-Rechner sehr auslastet.

Wissant – Blick auf den Ärmelkanal
Boulogne-sur-Mer